Der kleine Mutmacher

Aufpasser?

„Pass auf deinen kleinen Bruder auf!“ rief die Mutter noch hinterher, als die Kinder aus dem Haus gingen. „Pass auf deinen Arbeitskollegen auf, ob er sich politisch korrekt verhält.“ war der Auftrag mancher Informanden der Stasi in der DDR. „Passen sie auf ihre Nachbar auf, ob sie sich auch Corona-Korrekt verhalten!“ – Wenn ich das so lese, kann ich nur sagen: „Ich will keine Aufpasser!“ Auch nicht in der Gemeinde! Da gibt es sie nämlich auch, die Aufpasser, die schauen, ob Du nicht einen Fehler machst. Du kannst Dich einfach nicht frei bewegen, nicht frei und fröhlich Dein Christsein leben. Nein, das ist einfach nicht gut! Oder?

Nun komm ich mit einem Bibelvers, der uns auffordert „Lasst uns aufeinander achthaben…“ Also doch aufpassen? Nein. Es ist nicht dieses Aufpassen gemeint, was den anderen bei seinen Fehlern ertappen will. Sondern ein anderes aufpassen. „Pass auf deinen kleinen Bruder auf!“ Das kann bedeuten: pass auf, das der ja keinen Unfug anstellt. Es kann aber auch bedeuten: Er ist doch noch so klein. Pass auf, dass ihm nichts passiert. Und genau diese Variante ist es, zu der wir aufgefordert werden. Haben wir nicht ein großartiges Geschenk erhalten? Wir dürfen Gottes Kinder sein, weil Jesus Christus für unsere  Schuld bezahlt hat. Und dann dürfen wir in Ewigkeit leben, bei unserem Herrn und Heiland, bei Gott. Das ist das Allergrößte. Und nun wollen wir aufeinander achten – in Liebe zueinander – dass wir diese Ewigkeit nicht verpassen. Aufeinander achthaben, einander helfen, einander Mut machen, einander mitnehmen. Wir wollen uns gegenseitig anspornen das keiner den anderen verachtet. Wir wollen dem Anderen vielmehr zeigen, wie wertvoll er für Gott und auch für uns ist. Wir wollen uns unterstützen bei dem täglichen Lebenskampf. Helfen, wo Hilfe nötig ist. Zeit füreinander haben. Für einander betend einstehen. Und gerade in den manchmal chaotischen Tagen unserer verrückten Zeit uns gegenseitig erinnern, dass unser Leben in Gottes Hand steht.

Das ist etwas ganz anderes als dieses denunzierende Aufpassen. Weil unser Herr uns so lieb hat, lasst uns untereinander Achthaber sein und keine Aufpasser im negativen Sinne.

   Hans-Jürgen Schmahl

Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken.

Die Bibel: Brief an die Hebräer, Kapitel 10, Vers 24